Rücken-Operationen boomen

Immer mehr Deutsche kommen wegen Rückenschmerzen unters Messer. Doch es gibt gra­vierende regionale Unterschiede, wie der aktuelle „Faktenscheck Gesundheit“ der Bertels­mann Stiftung zeigt. Mit einer besseren Versorgung an Steh-Sitz-Arbeitsplätzen, einer höheren Gesundheitskompetenz oder besseren ambulanten Versorgung sind diese Unterschiede nicht zu erklären.

Alle Aufklärungsarbeit und Bemühungen von Arbeitgebern, mit ergonomischer Arbeits­platzgestaltung, Rückenkursen, bewegten Pausen oder Ernährungsberatungen die Ge­sundheit und damit die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter zu fördern, scheinen an Grenzen zu stoßen. Deutschland hat immer noch Rücken. Das belegt der „Faktencheck Gesund­heit“. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund aller Erkrankungen der Wirbel­säule und des Rückens hat sich von 2007 bis 2015 um 34% auf 611.000 Fälle pro Jahr erhöht.. Im selben Zeitraum wuchs die Zahl aller stationären Behandlungen um 12 Prozent.

Krankenhaus bei Rücken oft vermeidbar
Dramatischer fällt der Vergleich mit der Zahl der operativen Eingriffe an Bandscheibe und Wirbelsäule aus. Sie stieg um 71 Prozent von 452.000 auf 772.000 Operationen. Dabei zeigen sich gravierende regionale Unterschiede.. Mit objektiven Daten sei das, so die Studie, nicht zu erklären. Der „Faktencheck“ Gesundheit zeigt auch, dass viele Klinikaufenthalte vermeidbar wären. „Die Entscheidung für einen operativen Eingriff“, so Studienleiter Eckhard Vollbracht, „darf jedoch nicht aufgrund individueller Vorlieben der ortsansässigen Ärzte fallen.“

Eigenverantwortung gefragt
Die Ursache für die ansteigenden Fehlzeiten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen sind nicht ausschließlich auf einseitige ergonomische Belastungen oder Zwangshaltun­gen am Arbeitsplatz zurückzuführen. Sie spielen aber oft eine wichtige Rolle. Bis zu 85 Prozent der täglichen Arbeitszeit verbringen wir heute an Bildschirmarbeitsplätzen – gesund geht anders. Das „Weißbuch Arbeiten 4.0“ fordert zwar eine Weiterentwicklung der „klassischen Instrumente des Arbeitsschutzes zu einem Arbeitsschutz 4.0“ – vor allem in Hinblick auf die psychischen Anforderungen durch „Arbeiten 4.0“. Aber wenn sich auch physische Belastungen zunehmend zu psychischen verschieben, die ergono­mische Gestaltung der Schnittstelle Mensch/Maschine bleibt weiterhin ganz oben auf der Agenda. Alle Bemühungen bleiben allerdings Makulatur, wenn der Mensch nicht mitspielt. Darauf weisen die Autoren ausdrücklich hin: „Mit Blick auf die zeitliche und räumliche Flexibilisierung der Arbeitswelt werden dabei aber auch zunehmend die Eigenverantwortung und Gesundheitskompetenz der Erwerbstätigen gefragt sein.“

Weitere Informationen: http://www.bertelsmann-stiftung.de/



Fit bleiben im Büro!
Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich unabhängig vom Lebensalter sowohl kurz- als auch langfristig positiv auf kognitive Leistungen aus. Damit ist sie eine der wichtigsten Ressourcen, um die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern zu erhalten und zu steigern. Es ist also kein Wunder, dass sich Büros immer häufiger zu „Bewegungsräumen“ mit unterschiedlichen Funktionszonen wan­deln. Bewegung fängt allerdings am eigenen Arbeitsplatz an. Das erklärt den seit Jahren anhaltenden Erfolg von Steh-Sitz-Arbeitsplätzen. So ist das Arbeitsplatz-System TALO.S (http://www.koenig-neurath.de/talo.s) zwar kein Fitnesstracker, der den Blutdruck und Energieverbrauch, die Kilometer und den Powernap überwacht – was vielleicht dank moderner Sensorik noch kommen kann.

Mit seinen sechs verschiedenen Höheneinstellmöglichkeiten – wahlweise motorisch, per Gasfeder oder manuell einstellbar – lädt er jedenfalls zu mehr Bewegung direkt am Arbeitsplatz ein.